Oberpfälzer Gauverband

„Jessas Leit, heint gibt ´s a Musich“ – großes bairisch-böhmisches Musikantentreffen

Bereits im 29. Jahr veranstaltete die Eghalanda Gmoi „Josef Hofmann“ z´ Regensburg anfangs April ihr großes Musikantentreffen mit namhaften Gruppen aus der Oberpfalz und dem benachbarten Böhmen – und es wurde wieder eine bairisch-böhmische Begegnung der Extraklasse.

Abseits jeder volkstümlichen Schiene begeisterten die Sänger und Musikanten ihr Publikum mit echter Wirtshaus- und Tanzbodenmusik aus der Oberpfalz, dem Egerland und dem böhmischen Chodenland – frisch und fröhlich, aber nie krachert und derb. Zwischen ihren beschwingten Landlern, Polkas, Zwiefachen und frechen Couplets zeigten sie aber auch, dass sie leisere Töne anstimmen können.

D´ Lindnblejh aus Undorf umrahmte die Veranstaltung gekonnt mit bairisch-böhmischer Blasmusik und eröffnete den Abend mit einer böhmischen Polka. Wiesau im Stiftland Waldsassen liegt gerade noch im Gebiet des historischen Egerlandes. Von dort kam das Duo Wiesawie, das sicher zu den besten Interpreten Egerländer Liedguts gezählt werden darf. Es begeisterte mit einfühlsamen Egerländer Liebesliedern ebenso, wie mit frischen Couplets.

Die Liebe zum Couplet verbindet es mit den Oberndorfer Sängern, die aus der näheren Umgebung Regensburgs stammen. Dass Egerländer Liedgut zwischenzeitlich auch in der südlichen Oberpfalz verbreitet ist, zeigten sie mit den Liedern vom Brouda Liadale und vom Hennaaugh.

Auch junge Leute können sich für den böhmischen Dudelsack begeistern. Das bewiesen die Geschwister Ederer aus Zeitlarn, die gekonnt mit Dudelsack und Akkordeon aufspielten. Aus der Eghalanda Gmoi selbst kommen Anton Löffler mit seiner Steirischen Harmonika, der von Stefan Birzer auf der Gitarre begleitet wurde, und die Egerländer Familienmusik Schmidt. Diese spannte den Bogen von einer Ungaresca aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu einem einfühlsamen Walzer, den sie von einer musikalischen Reise zu Egerländer Auswanderern in Neuseeland mitgebracht hatte.

Die Tanzgruppe der Eghalanda Gmoi begeisterte mit Egerländer, Böhmerwälder und oberösterreichischen Volkstänzen.

Unbestrittene Lieblinge des Abends waren aber Chodovanka aus Taus/Domazlice im böhmischen Chodenland mit dem wohl bekanntesten böhmischen Dudelsackspieler Antonin Konrady. Der 86-jährige strahlte beim Singen und Musizieren eine geradezu jugendliche Frische und Vitalität aus. Seine Mitspieler taten es ihm gleich und sangen und musizierten sich mit melancholischen Liebesliedern und frischen Landlern und Polkas in die Herzen der Zuhörer.

Als zum Schluss der Veranstaltung die Musikanten noch gemeinsam zum Tanz aufspielten, gab es für die meisten Besucher kein Halten mehr und Alt und Jung stürmte die Tanzfläche.

Wie der Vüarstäiha der Eghalanda Gmoi und Moderator des Abends Peter W. Schmidt betonte, sei der Gmoi der musikalische Dialog zwischen Bayern und Böhmen, wie auch zwischen den Generationen eine Herzensangelegenheit. Musik kenne keine Grenzen und sie verbinde Menschen. Er selbst habe bereits zu sozialistischen Zeiten musikalische Kontakte zu chodischen Musikanten gehabt. Seit der Grenzöffnung sei diese „Einbahnstraßenregelung“ glücklicherweise beendet und die Gmoi habe sofort begonnen, Musikanten aus dem Chodenland zu ihren Volkstumsabenden einzuladen.

Dass Menschen mit der Musik nicht nur im übertragenen Sinn zusammenkämen, zeige auch der Einzugsbereich der Besucher, der regelmäßig in einem Umkreis von ca. 150 Kilometern liege.

Besonders begrüßen konnte Schmidt im vollbesetzten Antoniussaal in Regensburg den 1. Gauvorstand des Oberpfälzer Gauverbandes der Heimat- und Trachtenvereine e. V., Peter Kurzwart, den Landesvüarstäiha Bayern des Bundes der Eghalanda Gmoin, Helmut Kindl, und die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Dr. Zuzanna Finger. Diese zeigte sich vor allem von der Zusammenstellung der Musikgruppen und der Qualität des Programms begeistert.

Die Veranstaltung, die vom Kulturreferat der Stadt Regensburg gefördert wird, war wie jedes Jahr ein Schmankerl für alle Freunde echter unverfälschter Volksmusik und für diejenigen, die es noch werden wollen.